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James Dashner

Die Auserwählten 1
Im Labyrinth

  • Autor:James Dashner
  • Titel: Im Labyrinth
  • Serie:Die Auserwählten 1
  • Genre:SF
  • Einband:Hardcover
  • Verlag:Carlsen Verlag GmbH
  • Datum:01 April 2011
  • Preis:13,90 EUR

 
»Im Labyrinth« (Die Auserwählten 1) von James Dashner


Besprochen von:
 
pelaphina
Deine Wertung:
(4)

 
 
Nachdem er aus einer dunklen Box gezogen wurde, findet sich Thomas auf einer Lichtung mit etwa fünfzig anderen Jungen wieder, ohne Erinnerungen an sein bisheriges Leben. Völlig orientierungslos und verängstigt hat er tausende von Fragen: wo ist er, wer hat ihn hierher gebracht, warum hat er das Gefühl, schon einmal hier gewesen zu sein?
So verwirrend seine neue Umgebung und die sehr eigene Sprache seiner Mitmenschen anmutet, Thomas findet bald zwei Freunde, Newt und den kleinen, lustigen Chuck. Man führt ihn nach und nach ein in das Leben auf der Lichtung, das von den dort lebenden Minderjährigen nach einer strikten Ordnung organisiert ist. Sie kümmern sich um die Tiere oder das Gemüse, die „Läufer“ wagen sich täglich in das angrenzende Labyrinth, bevor sich gigantische Steinwände unumgänglich schließen und damit die Lichtung abschotten. Seit zwei Jahren suchen sie nach einem Ausweg, doch das Labyrinth scheint keinen Ausgang zu besitzen und fordert immer wieder Opfer. Dazu schließt sich nachts die Mauer und wer bis dahin nicht zurück ist, wird mit „Griewern“, alptraumhaften, maschinenhaften Kreaturen eingesperrt.


Meinung
„Die Auserwählten - Im Labyrinth“ ist der Start einer dystopischen Reihe für Jugendliche. Bedauerlich, dass der Verlag so einen fast zu viel verratenden Titel benutzt hat. Der englische Titel „The Maze Runner“ scheint da weniger penetrant und gleichzeitig sehr passend.

Dass das Buch mit dem Zielpublikum Jugendliche geschrieben wurde, merkt man dem Erzählstil mit dem häufigen Einsatz von Jugendsprache („Klonk", „Strunk“ und „Neppdepp") sehr schnell an. Zugunsten einer zügig vorangebrachten Handlung stehen die Figuren deutlich im Hintergrund – hier und da hätte auch durchaus ein wenig mehr Beschreibung der Umgebung und Figuren nicht geschadet. Thomas ist von Anfang an ein Außenseiter und ein typischer Held, der alle retten möchte, bescheiden ist und Außergewöhnliches vollbringt. Insgesamt bleibt er wie die anderen Figuren recht blass. Gerade weil keine der Figuren Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit besitzt, hätte man sie weit mehr individualisieren müssen. Stattdessen legt ihnen der Autor coole Sprüche in den Mund. Dafür, dass sie „ziemlich intelligent“ sein sollen und Thomas um die 16 geschätzt wird, muten die Dialoge der Figuren wenig geistvoll an. Dafür sprühen sie vor Schimpfwörtern, Drohungen, immer denselben Ausdrücken und lassen wenig Neigung erkennen, rational über Probleme nachzudenken. Keiner der Jungs stellt je die Frage, ob das Griewerserum vielleicht gefährlich sein könnte – und was würde passieren, wenn es ein gesunder Junge nähme? Die hartnäckige Weigerung gleich mehrerer Jungen, bei Thomas' Ankunft auf der Lichtung Auskünfte zu erteilen, trägt sicher zum Mysterium des Ganzen bei, scheint aber doch übertrieben. Allzu hohe Ansprüche auf Plausibilität sollte man vermutlich nicht mitbringen. Die (teilweise) Aufklärung am Ende hat mich zudem nicht zufriedengestellt. Bei mir kommt bereits der leise Verdacht auf, dass die Masse an Gewalt mehr der Dramatisierung des Geschehens dient als in der Handlung selbst begründet zu sein, aber das lässt sich abschließend erst am Ende der Reihe beurteilen.

Das Labyrinth liefert wirklich einen fabelhaften Spielplatz, um der Fantasie freien Lauf zu lassen und eine bedrohliche Atmosphäre zu bieten. Wie eine unerforschte Gefahrenzone wirkt es tatsächlich bei Dashner, doch war ich recht enttäuscht, dass dort nicht anderes lauert als die Griewer, die vor allem nachts aktiv werden und dann von der Lichtung abgesperrt werden. Meiner Meinung nach verschenktes Potential.

Alles in allem kann man dieses Buch nicht nur als Jugendlicher mögen, denn die Handlung gerät nie ins Stocken und eine Unzahl ungelöster Fragen harrt der Auflösung – auch am Ende des Romans noch. Ein beispielhafter Cliffhanger verweist geradewegs auf den mittleren Band dieser Trilogie.


Fazit
Der Auftakt dieser Jugend-Dystopie kann mit einer ordentlichen Portion Spannung, Geheimnisse und Abenteuern sicher auch Erwachsene in seinen Bann ziehen. Vor allem die Figuren hätten indessen mehr Ausarbeitung gebraucht und der spezielle Jugendlichen-Slang droht, aufgesetzt zu wirken.
 
 
 


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