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H. G. Ewers

Perry Rhodan Planetenromane 65
Perry Rhodan Planetenroman Nr. 65 - Die Welt der Glückseligen


 
»Perry Rhodan Planetenroman Nr. 65 - Die Welt der Glückseligen « (Perry Rhodan Planetenromane 65) von H. G. Ewers


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(2.5)

 
 
Die beiden Privatdetektive von der Agentur für Interstellare Ermittlungen, Jean-Pierre Marat und Roger McKay, werden von Homer G. Adams beauftragt, auf dem Planeten Homy mehrere tödliche Zwischenfälle und Sabotageakte zu untersuchen. Kaum auf Homy angekommen, geraten sie selber in das Visier der dortigen Polizei und der vermeintlichen Attentäter, die für die Sabotageakte in der technischen Anlage verantwortlich sind. Eines wird den beiden Detektiven schnell klar: hier auf Homy sind sie komplett unerwünscht.

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Jean-Pierre Marat und Roger McKay dürften den Lesern keine Unbekannten sein. Zum ersten Mal tauchten die beiden im MDI Zyklus auf – und zwar in den Heften 280 und 281. Das war im Jahr 1967, der Autor war, wie hier auch, H.G. Ewers. Offensichtlich hatten ihm die beiden harten Kerle so gut gefallen, dass er sie zwei Jahre später für den vorliegenden Planetenroman noch einmal reaktivierte und ihnen ein neues Abenteuer gönnte. Die beiden sind nicht nur hart, sondern frönen auch noch ihren ganz persönlichen Lastern. Marat ist Kettenraucher und McKay ein Alkoholiker. So kommen sie zumindest bei mir als Leser rüber. Aber es sei ihnen verziehen. Das Buch ist aus dem Jahr 1969 und welcher echte Kerl hat da nicht Kette geraucht und gesoffen als ob es kein Morgen gäbe. In der Perrypedia kann man eine gewisse Ähnlichkeit bei McKay mit Clint Eastwood nicht leugnen und auch Marat sieht einem bekannten Schauspieler nicht unähnlich, auf dessen Namen ich aber im Moment nicht komme.

Erwartet hatte ich aufgrund des Klappentextes eher eine altmodische Detektivgeschichte, bei der die beiden auf die gute alte Tour die Verantwortlichen für die Sabotageakte entlarven und dingfest machen. Leider wurde ich dann doch etwas enttäuscht, denn der Fortgang der Geschichte lief in eine völlig andere Richtung. Auf einmal kamen Zeittransmitter, unterirdische Höhlen und ein vergeistigtes Volk, eben die Glückseligen aus dem Romantitel, mit ins Spiel. Die Zufälle häuften sich und waren auch nicht wirklich nachvollziehbar. Da werden Marat und McKay auf dem zweiten Kontinent mitten in der Wüste ausgesetzt (wieviel Quadratkilometer mag der Kontinent wohl groß gewesen sein) und treffen dann zufällig auf den Gleiter einer vermisste Kosmohistorikerin, in dem sich natürlich literweise Wasser befindet (ist ja nicht so, dass die beiden nicht am Verdursten waren), und anschließend nach der Durchquerung eines Zeittransmitters in einer fast drei Millionen Jahre zurückliegenden Vergangenheit die Historikerin selber.

Der Attentäter entpuppt sich dann auch nicht als Mensch aus Fleisch und Blut, sondern als eine Erhaltungspositronik, die für den Fortbestand der vergeistigten Glückseligen unerlässlich ist und quasi aus Notwehr heraus die Sabotageakte verübt hat. Denn wie sich herausstellt, hatte die, durch das Positrel Projekt verursachte erhöhte positronische Aktivität, keine vorteilhaften Auswirkungen auf die Vergeistigten. Nachdem der anschließende Testlauf des Projektes, der trotz der Warnung von Marat gestartet wurde, noch dramatisch in die Hose geht, haben sich dann aber doch letzten Endes alle wieder lieb. Quasi als krönnender Abschluss tauchen mit Bully, Adams und Tifflor noch gleich drei Unsterbliche auf, denn es lag ja immerhin eine verbotene Zeitreise vor die es zu untersuchen galt. Alle drei dürfen dann gleich auch noch der finalen Doppelhochzeit beiwohnen. Hach, wie romantisch doch so ein Perry Rhodan Roman sein kann.

Etwas irritiert hat mich die Darstellung von Homer G. Adams als jammernder Pfennigfuchser. Klar, als Finanzminister des Imperiums muss er wohl aufs Geld schauen, aber als einen grantelnden und unsympathischen Geizhals hatte ich ihn nicht in Erinnerung. Da kam er in dem Buch Schwarze Saat von M.M. Thuner wesentlich besser und positiver weg. In dem Zusammenhang frage ich mich auch, warum Adams nicht gleich Agenten der SolAb eingesetzt hat (weil billiger) um den Saboteuren auf die Spur zu kommen und statt dessen die doch recht teuren Privatdetektive engagiert hat. Witzig hingegen war am Ende die Passage, in der geschrieben wurde, dass Bully vor der anstehenden Sitzung allen Beteiligten erstmal Kaffe und Zigaretten gereicht hat. Zigaretten, ich bitte euch! Wenigstens Marat konnte sich wohl darüber freuen. Ich denke aber, dass auch McKay voll (im wahrsten Sinne des Wortes) auf seine Kosten gekommen sein wird.

Fazit
Die Welt der Glückseligen ist ein relativ gut gealterter Roman, der immerhin schon 50 Jahre auf dem Buckel hat. Vermutlich liegt es daran, dass hier eher ein „Kriminal“-Roman vorliegt (trotz allem) und eben kein Roman, der seinen Schwerpunkt auf Technik und Wissenschaft legt. Dennoch würde ich ihn nicht unbedingt als eine Sternstunde von H. G. Ewers bezeichnen. Kann man lesen, man verpasst aber nichts, wenn man es nicht macht.
 
 
 


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