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Evers, Harald

Höhlenwelt-Saga 1
Die Bruderschaft von Yoor

  • Autor:Evers, Harald
  • Titel: Die Bruderschaft von Yoor
  • Serie:Höhlenwelt-Saga 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne
  • Datum:00 -
  • Preis:19.90 DM

 
»Die Bruderschaft von Yoor« (Höhlenwelt-Saga 1) von Evers, Harald


Besprochen von:
 
Thomas Troegel
Deine Wertung:
(3)

 
 
Das war eine kleine Überraschung. Heyne bietet wieder einem deutschen
Autor die Chance, gleich eine ganze Trilogie in dem renommierten Verlag
zu veröffentlichen. So etwas macht neugierig, obwohl der Umfang
von Band 1 fast ein wenig abschreckend wirken kann. Doch Fans der Fantasy
lieben bekanntlich längere Werke. Harald Evers ist meines Wissens nach
auch als Softwarespezialist bekannt. Außerdem erschien 2001 das Buch
"Das Dämonen-schiff", welches zur Reihe "Das schwarze
Auge" gehört, bei Moewig.

Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass der Leser es mit einem
Fantasy-Roman der klassischen Art zu tun hat. Leandra, ein junge Novizin
der Magiergilde, wird zufällig Zeuge eines grausamen Mordes durch fremde
magische Mächte und entkommt nur mit Mühe dem drohenden Tod. Ihrem
Lehrer und wohlwollenden Freund Munuel berichtet sie Schreckliches und ihm
wird klar, dass sich Unheil für die Höhlenwelt anbahnt. Leandra
wird nach bestande-ner Prüfung Adeptin und schon geht es in die Hauptstadt
Savalgor.

Munuel geht zu seinem Orden und es bestätigt sich, dass dunkle Magie
mit Mord und Schrek-ken in die Höhlenwelt zurückzukehren droht.
Leandra, die eigentlich eine einjährige Wande-rung durch das Reich
durchführen sollte, wird entführt. Dabei lernt sie weitere ebenfalls
ge-gen ihren Willen festgehaltene Mädchen kennen. Die bildschöne
Alina wird von einem dunk-len Magier weggeholt und Leandra schwört,
diese zu retten. Mit einigen anderen Mädchen gelingt die Flucht und
Leandra ist zum ersten Mal verliebt. Es ist Hellami, eines der Mädchen.
In der Folge des Auftauchens eines schrecklichen Todeszuges werden alle
wieder eingefan-gen. Leandra gelingt es, Munuel über das Trivocum,
die magische Ebene, zu informieren, und dieser kann sie mit seinen Freunden
retten. Allerdings wurde eines der Mädchen von den Dä-monen getötet.
Bei der Vernichtung dieses Todeszuges wird deutlich, dass Leandra die neue
Trägerin des Schwertes Jambala, eines der drei mächtigsten magischen
Artefakte, ist. Munuel besitzt ein weiteres Teil, doch um gegen die gefährliche
Bruderschaft von Yoor anzukommen, fehlt das Dritte, das in einem weit entfernte
Gebiet verborgen ist. Jene Bruderschaft, die schon vor langer Zeit, ein
Dunkles Zeitalter bewirkte, ist wiedererstarkt und scheint kaum besiegbar.
Deswegen brechen Munuel und Leandra auf, dieses fehlende Artefakt zu suchen,
um ihr Land vor dem Verderben zu retten. Munuels Freunde sollen unterdessen
die Lage in der Hauptstadt sondieren und auf sein Zeichen gegen die Abtei
Hegmafor zu marschieren, wo die Quelle des Übels vermutet wird.

Auf Ihrer Reise retten sie den jungen Viktor vor dem drohenden Tod, da dieser
unschuldig hingerichtet werden soll. Im weiteren Verlauf kann sich dieser
revanchieren und da er sehr viele alte Bücher gelesen hat, wird sein
Wissen für alle immer wertvoller. Mit Mühen ent-kommt man den
stetigen Verfolgungen durch die Bruderschaft und Ihren Schergen. Dabei erweist
sich der Magier Chast als sehr starker Gegenspieler, der ganz eigene Ziele
zu verfol-gen scheint. Weitere Verstärkung erhalten sie durch Jacko,
einen etwas zwielichtigen aber kampferprobten Mann. Dazu kommen noch zwei
Magier und mit Hilfe von Felsdrachen er-reicht man das Ziel, wo das dritte
Artefakt verborgen sein soll. Als man es hat zeigt sich, dass im Prinzip
der Cambrische Orden selbst Schuld am Ausbruch des Dunklen Zeitalter hatte,
da nur alle drei Artefakte zusammen gegen die dunkle Magie eingesetzt werden
dürfen. Für das Dritte gab es aber niemanden, der es beherrschen
konnte.
Im Kampf gegen die Bruderschaft, die Ihren Sitz in einer fast vergessenen
Stadt hat, wird der furchtbare Dämon Sardin eingeführt, den Leandra
besiegen kann. Doch jetzt zeigt sich, dass dessen Tod ebenfalls von Chast
geplant war. Er will alle Wesen der Höhlenwelt beherrschen. Dazu braucht
er Alina, die sich als eine Tochter des Herrscherhauses erweist, deren Mitglie-der
kürzlich ermordet wurden. Den Abschluss bildet die tödliche Auseinandersetzung
zwi-schen Munuel und Chast. Dabei kommen beide sowie Alina um und Leandra
wird gelähmt. Mit Viktor begibt sie sich nach Savalgor.

Der Roman von Harald Evers ist gut und schnell zu lesen. Im Verlauf
des Buches merkt man, dass es sich um eine Höhlenwelt handelt, doch
irgendwie fehlt die detaillierte Beschreibung dieser Welt. Was genau sind
die Sonnenfenster? Kann ein Drache die obere Welt erreichen? Interessant
ist der versteckte Hinweis auf die Alte Welt. Vielleicht kommt in diese
Richtung noch etwas. Außerdem erfährt man, dass Sardin vor ca.
2000 Jahren einen Pakt mit unbekann-ten Wesen abgeschlossen hat. Dies deutet
schon ein wenig auf die weitere Handlung hin. A-ber das weist auch schon
auf den Nachteil des Buches hin. Irgendwie hatte man so etwas schon gelesen.
Auf den großen Vorteil, den eine so gigantische Höhlenwelt hindeutet,
wird kaum eingegangen. Die Handlung könnte eigentlich überall
spielen. Schade.
Die Charaktere des Buches sind dem Rezensenten zu glatt. Die einen sind
böse und die ande-ren gut. Ein dazwischen gibt es kaum. Die Helden
lösen die meisten Probleme. Die notwendi-gen Informationen und magischen
Waffen haben sie oder bekommen sie umgehend. Beim Lesen hat man kaum Zweifel,
dass die Schar um Leandra siegen wird und so recht mag man nicht glauben,
dass Munuel, Alina sowie Chast endgültig umgekommen sind. Wahrscheinlich
wird auch Leandra nicht gelähmt bleiben. Meiner Meinung nach ganz vergessen
wird der Handlungsstrang um die Magier, die in Savalgor blieben und dann
gegen Hegmafor ziehen. Aber es gibt ja noch zwei Teile. Und hier hofft man
auf Besserung.

Trotz der angesprochenen Mängel ist der erste Band kein Flop. Er ist
gut lesbar und wenn man keine allzu hohen Ansprüche an den Inhalt stellt,
ist der Roman ein angenehmer Zeitver-treib. Auf jeden Fall gibt es eine
ganze Reihe an schlechteren Romanen dieses Genres.

Für den ersten Band werden 6 von 10 möglichen Punkten vergeben.

 
 
 


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