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Bernd Perplies

Der Weltenfinder - Die zweite Reise ins Wolkenmeer: Roman (Die Reise ins Wolkenmeer)


 
»Der Weltenfinder - Die zweite Reise ins Wolkenmeer: Roman (Die Reise ins Wolkenmeer)« von Bernd Perplies


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4)

 
 
Lange bevor es die Menschen und ihre fliegenden Schiffe gab, herrschten die ArChaon über die Welt. Sie begründeten eine mächtige Zivilisation und enträtselten mit ihrer Magie die Geheimnisse des Kosmos. Doch ihre Wissensgier war so groß, dass sie eines Tages einen verhängnisvollen Fehler begingen – und das Wolkenmeer sie verschlang. So will es zumindest die Legende.
Als dem Gelehrten und Abenteurer Corren von Dask eine Karte in die Hände fällt, auf der die mythische Stadt ThaunasRa verzeichnet ist, versammelt er die mutigsten Abenteurer der Küstenlande um sich und rüstet eine Flugschiff-Expedition aus. Es wird eine Reise in die lichtlosen Tiefen des Wolkenmeers. Doch sollte man wirklich wecken, was dort seit Äonen ruht?

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Der vorliegende Roman spielt zwar in der gleichen Welt wie sein Vorgänger Der Drachenjäger, kann aber dennoch als eigenständiges Werk betrachtet werden. Würde ich zumindest einmal behaupten, denn obwohl ich den Vorgänger nicht gelesen habe, konnte ich mich nichts desto trotz gut in das Buch und in die beschriebene Welt hineinlesen. Ab und an fremdelt man zwar ob der vielen Völker, Landstriche und Protagonisten, aber das legt sich mit der Zeit zum Glück schnell.

Die Geschichte ist recht nett und unterhaltsam geschrieben, konnte mich aber bei weitem nicht so fesseln wie etwa Perplies Bücher aus der Carya Reihe oder der Magier Trilogie. Einer der Schwachpunkte des vorliegenden Buches ist für mich die lange Anlaufzeit die Perplies braucht, um die Geschichte in Schwung zu bringen. Wenn ich schon von einer Reise ins Wolkenmeer lesen möchte, mögen die Vorbereitungen dafür ja durchaus interessant sein, sollten aber nicht über 100 Seiten betragen. Das wirkt dann doch etwas ermüdend mit der Zeit. Aber, wie schon gesagt, man kommt schnell in die Geschichte rein, sie ist flüssig und sehr gefällig geschrieben. Ich mag die Bücher von Bernd Perplies und die Art und Weise wie er seine Geschichten aufbaut.

Die geschilderte Welt erinnert mich mit ihren schwebenden Inseln und den Kristallen mit geradezu magischen Kräften, stark an den Film und die Serie Die Drachenjäger. Auch dort gibt es ein unterschiedliches Duo, Gwizdo und Lian Chu, das viele Abenteuer und Aufgaben bestehen muss. Die Vielfalt an Völkern und deren körperlichen Erscheinungsformen die Perplies hier präsentiert, sind wirklich erstaunlich und fantastisch. Das Selbstverständnis, dass diese Personen trotz ihres teilweise bizarren Aussehens im Umgang miteinader an den Tag legen, ist erfrischend. In der realen Welt genügt ja oftmals schon eine etwas dunklere Hautfarbe um gleich in Panik und Vorurteilen auszubrechen. Umso schöner daher, wenn Menschen mit Wesen, die einen Hunde- oder Adlerkopf haben und mit Flügeln bestückt sind, friedlich und in Eintracht zusammenleben (zumindest meistens).

Zu den Protagonisten kann man nicht viel negatives sagen. Corren van Dask und sein Freund Zamashuras sind ein mehr als eingespieltes Team. Es macht Spaß ihren Interaktionen zu folgen. Der stille und in sich ruhende Zamashuras und der weltgewandte und extrovertierte van Dask ergänzen sich prima. Machte von Dask bei seinem Anfangsabenteuer im Kloster von Tahza noch einen wilden und abenteuerlichen Eindruck, ich hegte schon die Befürchtung Perplies würde hier einen vorlauten und vorschnell handelnden Jungspund, der sich selbst für unheimlich cool hält, zum Hauptdarsteller machen, änderte sich van Dask Auftreten dann doch im Laufe der Geschichte und machte ihn zu einem ernsthaften Forscher. Zu den weiteren Protagonisten und Expeditionsteilnehmner muss man auch nicht viel sagen. Sie sind einfach ein wilder Haufen von Draufgängern und coolen Kriegen. Das Geschwisterpaar Orsa und Grimmeisen muss man einfach mögen. Das mit den zwei anderen Neuzugängen, Hechet und Shai'dana, etwas nicht stimmt, wird schnell klar.

Unterbrochen wird die eigentliche Reise zu ThaunasRa immer wieder von actionreichen Passagen, sei es der Kampf in der Schänke Zum Schädelbrecher, der Überfall in den Wolken durch die Taijirin oder der Kampf in der Piratenfestung. Wobei man allerdings sagen muss, dass es dann doch zu einfach war dem Piratenanführer sein Amulett zu entwenden. Das wirkte dann doch etwas zu gekünstelt. Auf jeden Fall ist es ein weiter und gefahrvoller Weg für alle Beteiligten bis sie in die lichtlosen Tiefen des Wolkenmeeres vordringen und den Tempel, welcher der Ursprung der magischen Katastrophe sein soll der einst die Zivilisation der ArChaon auslöschte, erreichen können.

Auch lebende Tote und Drachen können van Dask nicht davon abhalten den Quell der Unsterblichkeit zu finden. Allerdings muss er dafür einen hohen Preis zahlen. Schon fast wehmügig ist der Ausgang der Geschichte, betrachtet man die Personen, die es nicht geschafft haben zu überleben. Der Kampf jedenfalls in der Tiefe des Wolkenmeeres ist spannend und actionreich geschildert. Auch hier läßt Perplies keine Gelegenheit außen vor, um einige Sachen, von denen der Leser dachte er hätte sie durchschaut (zumindest ging es mir so), ins rechte Licht zu rücken. Es gibt wohl doch mehr als nur einen Bösewicht der sich gegen van Dask und seine Gefährten positioniert hat.

Fazit
Schöne Geschichte, phantastische Weltenschöpfung, sympathische Charaktere. Etwas dröge am Anfang (jedoch ohne wirklich langweilig zu sein) und fulminant am Ende. Kann man empfehlen.
 
 
 


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